Im Jahr 2007 durch Hans Mörtter und Sonja Grupe initiiert, ist die „Aktion Weihnachtswunsch“ längst Brauchtum geworden: Kinder aus von Armut bedrohten Familien geben ihre Wunschzettel in der Lutherkirche ab, die Wünsche werden anonymisiert im Internet veröffentlicht und von spendablen Menschen erfüllt. Die Resonanz auf die Aktion ist überwältigend, nicht nur bei den Beschenkten, sondern auch auf Seiten der Spender – Gänsehaut und Freudentränen inklusive. Das Glück und das Gefühl von Wertschätzung der beschenkten Familien ist kaum zu beschreiben.
Manche Spender überweisen Geld, andere kaufen die Geschenke selbst und bringen sie hübsch verpackt zu uns. Es gibt auch Großspender wie Stiftungen, Firmen und Privatpersonen, die vier- bis fünfstellige Geldbeträge spenden. Mit den Geldspenden finanzieren wir auch hochwertige Wünsche, z. B. Laptops für die Schule, Fahrräder, Kinderzimmereinrichtungen oder Musikunterricht, um die Teilhabe der Kinder zu gewährleisten. Diese Geschenke kaufen/organisieren wir selbst, zahlreiche Ehrenamtler helfen uns beim Verpacken.
Im Jahr 2024 sind 411 Wünsche von 230 Kindern erfüllt worden. Ca. 70.000 € wurden in Form von Sach- und Geldspenden eingenommen und an bedürftige Familien verteilt. Auffällig ist die Zunahme an Kleider- und Schuhwünschen – ein Indikator für die zunehmende Not der Familien. Neu ist, dass Kinder sich Lebensmittelgutscheine wünschen. Bilal, ein zehnjähriger Junge, schreibt auf seinen Wunschzettel: „Mein Herzenswunsch ist es, mit meiner Mutter einkaufen zu gehen zum Fest ohne aufs Geld schauen zu müssen. Damit sie nicht mehr traurig ist.“ Ein erschütternder Kinderwunsch im reichen Deutschland. Einen Teil der Gutscheine kaufen wir bei REWE oder Hit, ein weiterer Teil wird von ebendiesen gespendet. Für viele Familien bedeutet es Glück an sich, einmal nicht beim Discounter einkaufen zu müssen.
Hans Mörtter, mittlerweile seit drei Jahren im (Un-) Ruhestand, führt die Aktion auch im Jahr 2025 ehrenamtlich weiter. Ohne sein umfangreiches Netzwerk an Unterstützern wäre die Aktion nicht umsetzbar. Monika Hagenmayer wird das Projekt in Festanstellung (Teilzeit) koordinieren, zusammen mit vielen treuen Ehrenamtlern. Wer mitmachen will, kann sich bei Monika melden: lutherkirche@suedstadt-leben-koeln.de
Wünschenswert wäre eine Ausweitung in andere Städte und Gemeinden. Trotz großem Medieninteresse und Bemühungen unsererseits ist dies bisher nicht gelungen. Meist scheitert es an logistischen oder personellen Ressourcen. Lediglich eine kleine Gemeinde in Fulda (Hessen) hat das Konzept übernommen und verteilte im vergangenen Jahr Weihnachtsgeschenke an 68 Kinder.
Wie es im Jahr 2026 weitergehen wird, ist noch unklar. Monika Hagenmayer verabschiedet sich in den Ruhestand, ein Nachfolger ist bisher noch nicht gefunden. Aber wir suchen einen Weg, wie wir die Aktion noch 1 bis 2 Jahre weiterführen können, zumal die Spendenbereitschaft ungebrochen ist. Außerdem ist die Aktion Weihnachtswunsch nach wie vor ein Herzensprojekt von Hans Mörtter und seinem Team!
Danke an Sinan Akkus für den Dreh und Schnitt